Psychologische Praxis
Barbara Heintzen

Achtsamkeit

Das methodisch strenge, naturwissenschaftliche Vorgehen der Verhaltenstherapie erfährt durch das reiche Erfahrungswissen des Achtsamkeitsansatzes eine Bereicherung. Pionierarbeit hierfür hat Jon Kabat-Zinn seit Mitte der 70er Jahre in Stresskliniken in den USA geleistet. Darauf basierend entwickelten Segal, Williams und Teasdale die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (MBCT= Mindfulness-Based Cognitive Therapy). Zentrale Übungen innerhalb der Achtsamkeitsbasierten Therapie, die auch ich innerhalb der Therapie verwende, sind:

- Body-Scan: Dabei wird der Patient angeleitet, in einzelne Körperregionen von den Füßen bis zum Kopf nacheinander hinein zu spüren. Es stellt sich hierdurch häufig ein Zustand von Wohlbefinden und Entspannung ein ohne dass dieser Zustand angestrebt wird. Ziel der Übung ist es, allen Wahrnehmungen oder auch abschweifenden Gedanken mit möglichst großer Akzeptanz, Offenheit und Neugierde zu begegnen.

- Atemmeditation: Der Atem wird achtsam im Bereich der Nase, der Brust und des Bauches beobachtet. Der Atem ist ein Anker für den Augenblick. Sorgen und Gedanken richten sich oft auf die Vergangenheit oder Zukunft. Mit Hilfe des Atems kann man zu sich, zur Ruhe, kommen. Dies ist besonders hilfreich bei depressiven Zuständen oder Angstgefühlen.

- Informelle Übungen: Um den Transfer in den Alltag zu erzielen, wird bei einzelnen Routinetätigkeiten (z.B. Duschen, Putzen) eine achtsame Haltung geübt. Dies kann zum Beispiel auch beim Essen besonders bei Essstörungen eine wichtige Hilfe sein.